Zwischen Zweifel und Vertrauen: Psalm 139 in moderner Sprache

Nachricht 05. April 2026

Psalm 139

Wie würde ein jahrtausendealter Text klingen, wenn er mitten aus dem Leben eines Teenagers kommt – zwischen Schule, Gedankenchaos und Selbstsuche? Der biblische Psalm 139 gehört zu den persönlichsten und tiefsten Gebeten überhaupt: Es geht um Identität, Zweifel, Nähe und das Gefühl, vollkommen gesehen zu sein.

Layla Fütterer (15) hat genau das versucht – sie hat den Psalm in ihre eigene Sprache übersetzt: direkt und ehrlich. Ihr Text zeigt, dass die Fragen und Gefühle von damals auch heute noch die gleichen sind. Nur die Worte haben sich verändert.

1.Gott, ich weiß nicht, wie ich’s sagen soll… aber du kennst mich halt wirklich komplett. Also nicht nur die Version, die andere sehen sondern alles. Schon wild.

2.Du weißt, wann ich aktiv bin und wann ich einfach nur so tue. Selbst meine Gedanken sind für dich kein Geheimnis. Manchmal bisschen unangenehm ehrlich 

3.Ob ich unterwegs bin oder nachts wachliege und overthinke du checkst das. Mein ganzes Leben liegt offen vor dir.

4.Ich brauch dir nichts erklären. Bevor ich überhaupt Worte finde, weißt du schon, was in mir abgeht.

5.Und trotzdem bleibst du. Du gehst nicht auf Abstand. Du hältst mich fest, auch wenn ich selber nicht weiß, wohin mit mir.

6.Dass du mich so genau kennst und trotzdem nicht aufgibst… das sprengt meinen Kopf. Ehrlich.

7.Ich könnte versuchen wegzurennen innerlich oder äußerlich aber wohin? Du wärst trotzdem da.

8.Wenn ich richtig hoch fliege im Leben du bist da. Wenn ich komplett abstürze auch. Kein „nur in guten Zeiten“.

9.Egal wo ich hingehe, egal wie weit ich laufe ich lande nie außerhalb deiner Reichweite.

10.Und du führst mich. Auch wenn ich’s nicht immer check. Du lässt meine Hand nicht los.

11.Manchmal wünsche ich mir, einfach unsichtbar zu sein. Im Dunkeln verschwinden, nichts fühlen, nichts denken.

12.Aber selbst da wäre es für dich nicht dunkel. Für dich gibt’s kein „Ich seh dich nicht mehr“.

13.Du hast mich gemacht. Nicht zufällig, nicht aus Versehen. Mit Absicht.

14.Und ja, ich sag’s viel zu selten: Danke. Dass ich ich sein darf. Mit allem, was dazugehört.

15.Schon bevor irgendwer wusste, dass es mich gibt, kanntest du mich. Ich war nie ein Zufall.

16.Jeder Tag, den ich noch erleben werde du wusstest davon, bevor ich meinen ersten Atemzug gemacht hab. Schon krass, wenn man drüber nachdenkt.

17.Und deine Gedanken über mich? Nicht nur viele sondern gute. Das muss ich mir manchmal selbst sagen.

18.Mehr, als ich je begreifen könnte. Mehr, als ich zählen kann.

19.Manchmal kommt auch Wut hoch. Wenn ich sehe, wie Menschen bewusst zerstören oder dich ins Lächerliche ziehen

20.Es trifft mich, wenn dein Name missbraucht wird oder wenn Leute dich schlechtmachen.

21.Da merke ich, wie sehr ich auf deiner Seite stehe.

22.Aber ich will nicht in Hass steckenbleiben. Das fühlt sich auch nicht richtig an.

23.Deshalb: Schau bitte in mein Herz. Ehrlich. Prüf meine Motive.

24.Und wenn ich falsch laufe stopp mich. Dreh mich um. Bring mich zurück auf deinen Weg. Ich will nicht einfach mein Ding machen.

 

Geschrieben von:

Layla Fütterer, 15 Jahre