Kirchenschiff, Gewölbe und Boden

Geht man vom Turm in das Kirchenschiff so fällt der Blick zuallererst auf die vielen Bänke. Insgesamt stehen dort ca. 40 Stück. Davon sind vier Bänke quer zu den anderen Bänken ausgerichtet worden. So kann auch von dort auf die Kanzel geschaut werden. Jede Bank ist separat mit einer Tür verschließbar. Die Bänke wurden 1961 neu angefertigt, dabei orientierte man sich an den Vorgängern. Ebenso wurden die vorherigen Kommunionsbänke (siehe Bild 1) im Altarraum durch Längsbänke (siehe Bild 2 und 3) ersetzt. Jedoch sind auch diese nicht mehr vorhanden. Darüber hinaus war die Kirche nicht immer mit Bänken geschmückt. Als Wehrkirche musste sie den Menschen Schutz bieten. Diese sind bei Angriffen samt ihrem Vieh dorthin geflüchtet. Bänke hätten da wertvollen Platz eingenommen.

 

 

Folgt man den Kronleuchtern nach oben, so kann man insgesamt vier Gewölbe in der Kirche sehen. Das Älteste von ihnen ist das zweite von Osten. Danach folgt das Gewölbe im Altarraum, es wird dem 14. Jahrhundert zugerechnet. Das Nächstälteste ist das Gewölbe im Westen. Es sei aus dem 16. Jahrhundert. Als das Jüngste kann das dritte Gewölbe von Osten werden. Dies wurde 1743 originalgetreu rekonstruiert, nachdem der Vorgänger im selben Jahr abgebrochen war. Im Kirchenschiff stellen die Gewölbe den Himmel dar, während das im Altarraum zusammen mit den Wandverzierungen, die aus dem 13. Jahrhundert stammen sollen, Weinstock und Reben zeigen. So spricht Jesus in Johannes 15,15: „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben.“ Die Wandverzierungen wurden bei einer Renovierung 1962 restauriert. Zudem sollen sie aus dem Erbauungszeitraum der Kirche kommen.

Bis vor ein paar Jahren lagen im Gang und im Altarraum Teppiche. Als man diese entfernte, wurde bei den Arbeiten im Gang eine alte Steinplatte mit einer nicht mehr lesbaren Inschrift entdeckt. Im Zuge dessen wurde sie weiter nach vorne in Richtung des Altars versetzt. Man geht davon aus, dass es sich bei der Steinplatte um eine Grabplatte handele. Sie stammt aus dem 12. Oder 13. Jahrhundert. In einem Kirchenbuch konnte ein Eintrag vom 29. September 1806 gefunden werden, in dem es heißt, dass die Frau von Pastor Gerhard Saathoff um 5 Uhr morgens eine totgeborene Tochter entbunden hätte. Außerdem soll dieses Kind am 02. Oktober in der Kirche in aller Stille begraben worden sein. Allerdings ist unklar, ob diese Grabplatte zu dem verstorbenen Kind gehörte, da unter dieser kein Grab oder Ähnliches gefunden werden konnte.