Ende des 19. Jahrhunderts beschloss der Kirchenvorstand den Bau eines neuen Kirchturmes, der dann schließlich nach langen Vorplanungen 1897/98 gebaut wurde und nun allen Uplengen-Besuchern den Weg zur St.Martinskiche zeigt. Dieser Turm wurde in dem in jener Zeit beliebten neugotischen Architekturstil hochgezogen. Er weist die stattliche Höhe von 53,50 m auf. An dieser Stelle hatte der neue Turm nachweislich zwei mittelalterliche Vorgänger, die jedoch keine Glocken trugen, sondern echte Wehrtürme waren. Der eigentliche Glockenstuhl mit einem Zweiergeläut befand sich in der südwestlichen Ecke des Kirchhofes. Er war baufällig geworden.

Der neue Turm wurde als Glockenturm an die Westseite der Kirche angebaut. Nach seiner Fertigstellung wurde das Zweiergeläut zu einem Dreiergeläut vervollständigt. Aber im ersten Weltkrieg wurden zwei Glocken enteignet, auch noch einmal im zweiten Weltkrieg. Eine Glocke durfte die Gemeinde behalten. Sie entschied sich in beiden Fällen für die Älteste. Fachkundige datieren diese ehrwürdige Glocke in das 13. Jahrhundert. Sie trägt keine Inschrift, aber ein Zeichen: M mit eingeschriebenem A, darüber ein Kreuz. Dieses Symbol deutet auf Maria hin, die Gottesmutter, die den Heiland der Welt trägt.

Erst seit 1953 läuten wieder drei Glocken vom Turm, abgestimmt auf den h-moll-Dreiklang, zur Freude und zum Trost für die Gemeinde. Die größte dieser drei Glocken läutet jeden Sonnabend um 21 Uhr zum Gedenken der Opfer beider Weltkriege. Sie trägt die Inschrift: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Hebr. 13, 8 Zum bleibenden Gedenken an unsere Gefallenen und Vermissten 1914-1918 und 1939-1945 Die dankbare Evgl.-luth. Kirchengemeinde Uplengen (Remels) 1953.