Der Besucher betritt das Gotteshaus durch das schöne Turmportal. Vor diesem Portal liegt eine rote Sandsteinplatte, der Rest eines mittelalterlichen Sarkophagdeckels, importiert aus dem Solling. Archäologen datieren solche Fundstücke aus rotem Sandstein in das 11. Jahrhundert. Sie deuten auf eine frühe Holzkirche hin, die aber in Remels bisher nicht nachgewiesen werden konnte. In jüngster Zeit steht neben dem Eingangsportal der aus dem Heimatmuseum in Leer heimgeholtem Sandsteinsarkophag. Er wurde bei Umgussarbeiten für eine Glocke zufällig ausgegraben und zunächst nach Leer gebracht. Dieser seltene, kostbare Sarkophag gehört nicht zu dem oben erwähnten Sarkophagdeckel, aber er ist ein weiteres Indiz für sehr frühes christliches Leben in Lengen. In jener Zeit setzte sich die Vorstellung durch, den Leib für die Auferstehung am jüngsten Tag zu erhalten.

Beide Funde – Sarkophag und Sarkophagdeckel- weisen auf eine begüterte Schicht hin, die sich solche üppigen Bestattungsriten leisten konnte; denn diese Sandsteinprodukte mussten den langen, gefahrvollen Transportweg über das Flusssystem des Rheins und die Küstengewässer an ihren Bestimmungsort erst einmal heil überstehen.

Nicht auf dem Kirchhof, aber ganz in der Nähe der Kirche wurde im Dezember 2007 auf einem Ausgrabungsfeld ein Fund von überregionaler Bedeutung gemacht: eine kleine Heiligenfibel. Das ist eine Gewandspange mit der Darstellung eines Heiligen mit Heiligenschein. Erst Ende des 8. Jahrhunderts setzte die Missionierung mit nachhaltigeren Erfolgen in den friesischen Gebieten ein, so dass diese winzigkleine Scheibe uns zeigt, dass schon in den Anfangszeiten in Lengen Menschen wohnten, die fest an Christus glaubten.